Kaum ein Maler hat das 20. Jahrhundert so geprägt wie Pablo Picasso. Er war aber nicht nur Maler, sondern hat mit vielen verschiedenen Kunsttechniken gearbeitet. Außerdem war er ein ziemlicher Schwerenöter was Frauen anging. All das und noch viel mehr erzählt Francoise Gilot, eine von Picassos Ehefrauen und selbst Künstlerin, in ihrem Buch (bearbeitet von Carlton Lake). Sie schildert ihre Erlebnisse so lebhaft und detailliert, dass man das Gefühl bekommt, man wäre zu Gast in Picassos Pariser Atelier oder seinem Haus in Südfrankreich. Man lernt berühmte Zeitgenossen wie Henri Matisse oder Gertrude Stein kennen und bekommt einen sehr guten Eindruck vom Alltag des Künstlers und seiner Frau während des 2. Weltkriegs und den Jahren danach. Francoise Gilot beschreibt aber nicht nur den privaten Picasso, sie widmet sich auch seiner Kunst und seinem Talent, in dem sie recht genau beschreibt, wie z.B. Kupferstiche gemacht werden.

Das Buch ist erstmals 1964 erschienen, und stieß bei Pablo nicht gerade auf Begeisterung. Er versucht sogar, das Erscheinen des Buches zu verhindern, biss sich aber an seiner Ex-Frau die Zähne aus. “Leben mit Picasso” ist die optimale Lektüre für alle, die etwas mehr über Picasso als (Ehe-)Mann und Künstler aus einer sehr persönlichen Perspektive erfahren möchten. Als angenehmen Nebeneffekt kann man sich auf viele “Aha”-Erlebnisse in Museen auf der ganzen Welt freuen, wenn man eines der Werke entdeckt, die in dem Buch beschrieben werden.

Infos zum Buch:

“Leben mit Picasso” – Francoise Gilot/Carlton Lake
Diogenes Verlag, 352 Seiten